Klassenheld - Bloginterview mit Lisa Reinheimer

Lisa Reinheimer ist Schulglücksbringerin, Lehrerin & Lerncoach.

Ihre Vision ist es, dass jedes Kind eine glückliche Schulzeit hat.

In ihrem Blog und Podcast "Klassenheld" gibt Eltern, Pädagogen und Tipps, um ihre Kinder entspannt und erfolgreich durch die Schule zu bringen.





Liebe Lisa, für viele Eltern ist diese Zeit des Homeschooling eine große Herausforderung. Wie kann das Distance Learning zu Hause auf diese lange Zeit gut funktionieren? Welche Tipps kannst du für unsere Eltern und Kinder weitergeben?

Von heute auf morgen ins Homeschooling zu gehen war eine riesige Herausforderung für viele Familien, die sie ungefragt einfach mal so gemeistert haben.

Auf kurze Sicht haben Tipps fürs Lerncoaching geholfen, auf lange Sicht ist und bleibt Lernen ein sozialer Prozess.

Eltern brauchen jetzt weniger konkrete Tipps vom Lerncoaching, sondern viel mehr diese Fragen brennen ihnen unter den Nägeln:

Kinder vermissen die Freunde, Eltern brauchen mal eine Pause, schafft mein Kind den Anschluss?

Ich rate den Eltern und Kindern ins Vertrauen zu gehen und es nicht so streng zu nehmen.

Den Unterrichtsstoff können wir jederzeit nachholen, wenn die Schulen wieder öffnen, aber was wir nicht reparieren können sind gebrochene Herzen der Kinder. Eltern sollen hinterfragen, was macht Sinn macht und momentan am Wichtigsten ist.

Viele Kinder sind überfordert mit dem Selbstorganisierten Lernen. Es ist ja auch überaus herausfordernd und die meisten Kinder, überhaupt unsere Kleinen, sind nicht darauf vorbereitet.

Wie schaffe ich es als Eltern die Rolle des Lernbegleiters einzunehmen und wie kann diese Rolle erfüllen?

Kinder lernen meist in der Schule leider nicht lernen zu lernen, sich selbst zu organisieren und zum Lernen zu motivieren. Wir können nicht erwarten, dass alles von selbst läuft. Wir als Erwachsene müssen sie unterstützen ihren Tag zu strukturieren.

Das kann man ganz einfach machen mit den 3 Fragen:

  1. Was muss?

  2. Was kann?

  3. Bis wann?

Diese 3 Fragen können helfen Struktur in den Bergan an Lernmaterial zu bringen.

Eltern sollen nicht in die Lehrerrolle verfallen und sollen immer Eltern bleiben, und nicht mit dem Rotstift über den Hausaufgaben sitzen.

Der Umgang mit Fehlern ist ein ganz elementarer, wenn es darum geht die Lernbegleiterrolle einzunehmen. Nicht der allwissende Lehrer sein zu wollen, was auch sehr schade für die Beziehung zum eigenen Kind ist.

Angenommen das Kind mach einen Fehler, dann ist wichtig, dass man nicht noch darauf hinweist. Sondern gehe vor wie bei einem Sandwich. Zuerst einmal positiv formulieren, was man alles sieht. So wie wenn du es mit dem Fotoapparat festhalten könntest.

Wenn dann der Fehler kommt, zeige nur mit dem Finger auf die Stelle und betone nicht, dass es Falsch ist, also gibt nur einen stummen Impuls. Warte bis das Kind sich selber verbessert.

Das Kind wird das Gefühl dafür entwickeln. Hake einfach nach und fragen: Was könntest du an dieser Stelle anders machen (nicht besser - nur anders!). Viele Kinder haben schon mal ein Gefühl dafür, wenn sie sich nicht sicher waren. Dann höre nochmal mit einmal mit einem Lob auf.

Viele Erwachsene haben aber selber Angst vor Fehlern, denn wir wurden selber dafür oft mit einer negativen Note bestraft.

Doch keine Lehrkraft erwartet perfekte Antworten. Wir Lehrkräfte brauchen als Feedback was die Kinder wirklich können, damit wir weiter ansetzen können und nicht was die Eltern können.

Es ist absolut nicht gut für das Selbstvertrauen der Kinder, wenn sie ständig ausgebessert werden.

Oft scheitert es nicht an den Aufgaben, die die Kinder erledigen sollen, sondern an der mangelnden Motivation. Wie kann man sein Kind dabei unterstützen seine Motivation aufrecht zu erhalten?

Bei den Bergen an Aufgaben können wir Erwachsenen die mangelnde Motivation verstehen.

3 Tipps, die man tun kann, um Kinder für Schulkram zu begeistern sind auch in einem Podcast von mir unter Klassenheld auf Spotify und Itunes - Folge 19 "Motivation. Wie kann ich mein Kind für Schulsachen begeistern?"

https://podcasts.apple.com/at/podcast/klassenheld/id1493432687?i=1000470182899

Man kann zum Beispiel Lernbrücken bauen vom eigenen Interesse zum Unterrichtsstoff, wie man Ablenkungen beseitig und wie man Kinder helfen kann ihr eigenes Warum zu finden.

Was siehst du für Risiken und Chancen in dieser heraufordernden Zeit für Eltern, Pädagogen und Kinder?


Ich finde schade, dass die Kinder momentan ihre Mitschüler nicht sehen dürfen. Ich sehe das große Risiko, dass wir vereinsamen.

Gleichzeitig besteht für die Gesellschaft das größte Risiko in der Bildungsgerechtigkeit. Es ist sehr unterschiedlich, wie Eltern ihre Kinder unterstützen können. Während es bei den einen Kinder so zu Hause abgeht, dass sie sich gar nicht auf den Lernstoff konzentrieren können, unterstützen andere Familien den ganzen Tag über perfekt ihre Kinder.

Das sind die Unterschiede das das Bildungssystem nach der Coronakrise ausgleichen darf.

Chancen sehe ich, dass wir all diese digitalen Möglichkeiten nicht wieder links liegen lassen, sondern beibehalten und ausbauen.

Oft war es so, dass Kinder wegen einer Therapie über mehrere Wochen nicht in die Schule kommen konnten. Sie hatten Probleme dem Unterrichtsstoff zu folgen. Jetzt können sie zum Beispiel durch Videokonferenzen auch dabei sein und dem Unterricht folgen.

Einzelne Kinder lernen nun sich zu organisieren und selbstorganisiert zu lernen.

Danke liebe Lisa für deine Zeit und die nützlichen Tipps!

Hier kannst du dir noch mehr Tipps und Tricks holen, damit dein Kind zum Klassenheld wird.


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