Tipps einer 3-fachen Homeschool-Mama

1. Nun sind wir ja schon seit einigen Wochen im Distance Learning und du unterstützt deine 3 Söhne im Homeschooling. Wie läuft es bei euch zu Hause ab? Wie sieht euer neuer Schulalltag aus?

Wir stehen wie gewohnt von MO-FR zwischen 6:00 - 6:30 Uhr auf. Um 8:30 Uhr beginnt Homeschooling und endet um 11:45 Uhr. Etwa alle 50 Minuten gibt es eine kurze Pause. Ich versuche so gut ich nur kann - mit Hilfe von Pädagogen, Büchern, Internet und mit meinem schon vorhandenen Wissen - die Fragen meiner Kinder zu beantworten.

An manchen Nachmittagen machen wir Sport, zeichnen und werken. Ich versuche einen geregelten Schulalltag bzw. Tagesablauf weiterzuführen. Meine Jungs sitzen gemeinsam an einem Tisch, um ihnen ein bisschen das Gefühl zu geben, als ob sie einen Sitznachbarn hätten, wie in der Schule. Natürlich wäre es einfacher, wenn jeder alleine in seinem Zimmer lernen würde, aber das möchte ich nicht. Ich möchte es mir nicht einfacher machen, sondern ihnen so gut es geht ein Gefühl von Schule geben. Da gehört eben das Tratschen mit dem Sitznachbarn dazu. ;)

2. Hast du Tipps und Tricks, die du gerne mit anderen Eltern teilen würdest?

Wir lernen mit Spaß. Wir nutzen einen Raum als Klassenzimmer. Bei uns ist es unser Esszimmer. Unsere Esszimmerklasse. :) Ich helfe ihnen beim Lernen und die Jungs helfen mir am Nachmittag mit dem Haushalt. Wir helfen uns einfach gegenseitig, wo wir nur können.

Meine Tipps und Tricks?

1. Einen geregelten Tagesablauf haben.

2. Einen Wochenplan zum Lernen erstellen - und diesen auch einhalten.

3. Wenn man Hilfe braucht, dann um Hilfe bitten.

4. Verständnis für unsere Kinder.

5. Seinen Kindern den Tag organisieren, denn es sind Kinder und keine kleinen Erwachsenen. So etwas müssen sie noch nicht können.

6. Lieb zueinander sein. Wenn es uns Eltern zu viel wird, dann ab an die frische Luft.

7. Einen anderen Elternteil oder Lehrer/Lehrerin anrufen und mit ihm darüber reden. Die verstehen uns alle.

3. Was sind die größten Herausforderungen momentan?

Also ganz ehrlich? Am Anfang war es eine große Herausforderung, da man ja auf so etwas nicht vorbereitet war. Inzwischen ist aber alles gut. Da ich von hausaus mit meinen Kindern lerne, wusste ich, dass ich ihnen nun eine neue Struktur geben muss, um ihnen den neuen Alltag zu erleichtern. Auch für mich ist es leichter und besser, wenn wir einen geregelten Tagesablauf haben.

Die aller größte Herausforderung? Für drei Kinder aus drei unterschiedlichen Schulstufen gleichzeitig die Lehrerin/den Lehrer so gut ich kann zu ersetzen. Puh.... das ist an manchen Tagen echt schwer, aber auch dafür habe ich mir eine Lösung ausgedacht. Wie in der Schule "AUFZEIGEN". :) Immer der Reihe nach.

4. Wie motivierst du deine Söhne zum Lernen, wenn sie mal weniger Lust darauf haben?

Kommt echt seeeeeehr selten vor, aber wenn doch, dann reden wir darüber, warum Schule und Bildung wichtig sind. Ich setze mich hin und lerne neben ihnen etwas Neues. So sehen sie, dass Lernen nie ein Ende hat und etwas sehr TOLLES ist. Sie sind zum Glück fast immer motiviert. Mein Mann und ich haben aber auch noch nie etwas Negatives über Schule, Bildung oder Lehrer neben ihnen gesagt. Ich bin fest davon überzeugt, dass es damit etwas zu tun hat, warum sie so motiviert sind. Und wenn doch ein Tag mal ist, wo sie null Lust haben, dann wird mit Humor die Motivation zurückgeholt. Wir Eltern ich machen uns zum Affen bei lauter Musik (tanzen, falsch mitsingen) und dann ist jeder wieder gut gelaunt und motiviert.

5. Was sind die positiven Effekte an der momentanen Situation?


  • Wir haben viel Zeit für UNS als Familie. Ich genieße es. Kein Stress. Meine Jungs helfen sich gegenseitig wieder mehr, weil sie nun auch die Zeit haben. Ich bin so viel mehr geduldiger geworden.

  • Ich sehe wie Eltern Hilfe dankend annehmen.

  • Eltern und Kinder helfen sich gegenseitig.

  • Neid ist wie ein Fremdwort geworden. ENDLICH!

  • Jeder hat Verständnis für den Anderen.

  • An unsere Schule ist jeder Lehrer zu jeder Zeit privat bereit zu helfen. Kind-Eltern-Lehrer sind wie eine große Familie geworden.


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